Helen Schneider - beim Kurt-Weill-Fest in Dessau

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Foto: Mayk Azzato

Kurt-Weill-Fest 2010 in Dessau-Roßlau mit zwei Uraufführungen
Auf dem Programm stehen 44 Konzerte und Sonderführungen

Beim 18. Kurt-Weill-Fest in Dessau-Roßlau im nächsten Jahr sollen zwei Werke von zeitgenössischen Künstlern uraufgeführt werden. Das szenische Konzert “Die WUNDE Heine” des Berliner Komponisten Helmut Oehring bilde den Auftakt für das Programm vom 26. Februar bis 7. März, teilte die Kurt-Weill-Gesellschaft am 29. Oktober in Dessau-Roßlau mit. Das “Ensemble Modern” aus Frankfurt am Main stelle das Werk dem “Mahagonny Songspiel” von Weill und Brecht gegenüber.Oehring, der auch “Artist-in-Residence” ist, habe sich in der Komposition an der Ästhetik der 20er Jahre orientiert und mit einer von Klassik, Jazz und Moderne beeinflussten Ausdrucksweise verbunden. Als Textgrundlage des Werkes dienen Gedichte von Heinrich Heine.

Bei der zweiten Premiere handelt es sich den Angaben zufolge um das Musiktheaterstück “Bordellballade - Ein DreigoscherInstück” des Komponisten Moritz Eggert aus München. Ausführende des Werkes, dessen Text der Wiener Autor Franzobel (eigentlich Franz Stefan Griebl) verfasst habe, seien das Theater Koblenz und die Neuköllner Oper Berlin.

Das Festival 2010 umfasse 44 Konzerte, Theateraufführungen sowie Lesungen und Sonderführungen. Das Motto “New Art is True Art” (Neue Kunst ist wahre Kunst) sei der “Suche nach substanziell Neuem” gewidmet, hieß es. Zudem solle thematisch auf die Internationale Bauausstellung 2010 in Sachsen-Anhalt verwiesen werden. Schwerpunkt dabei ist der Stadtumbau als Reaktion auf Bevölkerungswandel und Abwanderung.

Aufführungsorte bei dem Fest sind neben Dessau-Roßlau auch Köthen, Bitterfeld und Wittenberg. Fortgesetzt werden soll die 2006 begonnene Musikreihe “New Sounds” mit Weill-Interpretationen aus der Rock- und Popmusik. Das Abschlusskonzert gestaltet die Schauspielerin und Sängerin Helen Schneider.

Kurt Weill wurde 1900 als Sohn des Kantors der jüdischen Gemeinde, Albert Weill, in Dessau geboren. 1918 begann er in Berlin sein Musikstudium. Spätestens nach dem Erfolg der zusammen mit Bertolt Brecht (1898-1956) erarbeiteten “Dreigroschenoper” im Jahr 1928 gehörte Weill zu den bekanntesten Komponisten seiner Generation. 1933 floh er mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin und Sängerin Lotte Lenya, nach Paris. Zwei Jahre später zog das Paar in die US-amerikanische Metropole New York, wo sich Weill als Theaterkomponist etablierte. Im Jahr 1950 starb Weill in New York.

weitere Informationen:  www.kurt-weill-fest.de


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